Hahnenschlag

Aus dem Steigerwaldkurier vom 30. September 1993. Von Rudi Fischer.

 

Der höchste Feiertag für jeden "Kirbäsbursch" aber war der Kirchweihmontag. Bereits am Vormittag war, nach einem gemeinsamen Friedhofsgang der Pfarrgemeinde, Tanz. Hier schäumte die Stimmung regelrecht über und mancher der Burschen tat sich beim Sprechen oder Singen etwas schwer.

Aber am Nachmittag ging es dann erst richtig los. Zwischen ein und zwei Uhr folgte der Hahneschlag. In einem feinst geschmückten Korb, der an einem Rechen hing, wurde ein Hahn durch das Dorf getragen. Am Ziel angelangt, mußten einzelne Burschen mit verbundenen Augen versuchen, mit dem Dreschflegel den Hahn zu treffen. Natürlich wurde nicht auf den Hahn geschlagen, sondern auf einen Maßkrug.

Damit dies nicht so leicht war, wurde der Erwählte solange gedreht, bis er sich nicht mehr orientieren konnte. Hatte er schließlich den Krug getroffen, also den Hahn gewonnen, so wurde er mit Musik auf der Schulter in das nahe Wirtshaus getragen. Hier durfte, oder mußte er ein Faß Bier spendieren.

Waren alle Krüge leer, ging es weiter mit dem Geisbocktanzen.