Der Kerwasumzug

Der Kerwasumzug findet am Sonntag statt. Er führt in einem langen Zug mit mehr als 20 Wagen von der Schule zur Würzburger Straße und zurück.

Begleitet wird der Umzug von Musikkapellen aus der Umgebung.

Mei Kerwasumzuch

Ich sitz im Schwaana und hör mir die Themen o, die heuer im Dorf so vorgefalln sin. Wie die sich des nur immer merkn oder erfohrn.

Ich waß net, ob i heuer überhaupt nu mitmachn soll. Klor wor des früher immer des Größte, beim Kerwasumzuch mitzuspieln. Aber etz bin a scho weit über 25. Eigentlich steh i mit zwa Baa im Leb´n. Ober letzt Johr hab i halt versprochn, dess i nuchmal mitmach. Ja, baua dunn mer a zusamma. Muß sen.

Des Thema wär doch wos für uns zwaa. Net? Des do? Du waßt net? Ober des. Ja - Gott sei Dank ( Eikaafn mit aner Fraa kann a net schlimmer sen.)

Mer schaut sich noch an Woong um. Wu kriech i bloß die Lattn her? Bei der Sächmühl? Danke.

Etz stehn mer vor unnern Woogn, diskutiern ob´s etz schö sei soll oder net eifalln derf. Schnell zum Mohr und Farb´n holn. ( Mist, wieder den letzten Termin überschrittn. Ober ich kenn na ja a so.)

Mei Wohnung wird langsam leer, denn alles, wos net niet- und nagelfest is, wird zum Woong mitgenumma. Am Sunntoch früh muß mer nu schnell die Wedeln am Woong no tackern. A Birkla hammer vergessn. Schei.... Macht nix. Die annern senn, glabi, net amol fertich worn. Do solln uns die zwa Baamla a net störn.


Und dann ? Dann is es endlich soweit. Viertel nach Ans geht's pünktlich bei der Schul draußn los. Etz wird den an oder annern bewußt, daß er in 10 Meter awos sagn muß. Ober wos? Scheiße, denkt sich der anner, etz bin scho 28 und mach immer nu mit. Aber dann passierts. Die ersten Leut stehn neber mir. Und ich hob sie lachn ghört. Ja etz hot´s mi wieder. Jetzt geht's immer besser.

Ey, denk ich mir, die do hintn hom geklascht. Jetzt laaft mer auf Hochtourn auf. Jetzt senn mer scho am Schwaan vorbei. Ich schau a nuchmol, ob der Kunner a guckt. Aufn Kunner (Schwanerwirt) seiner Meinung zählt mer schließlich.

A Vierteljohr is mer etz fast jedn Montach und Mittwoch bei na und wart dann natürlich a auf a klana Bemerkung über sei Thema. Etz kummt die Verwandtschaft. A leichts Krippln liegt mer im Moong.

Break. Jetzt wird umgewend. Mer schaut sich die annern Woong a, erzählt vo sein Thema, mer red drüber, dess die Leut heuer gut drauf sen, die den Umzuch aschaua. 

Weiter geht's. Der Rainer schreit scho wieder rum, des mer uns beeiln solln. Der Umzuch muß endlich weitergehn. Die Musik stellt ihr Getränke aufn Woong, macht nur Spässla und frocht dich, wen du do spielst. Nochm Rathaus geht's wieder richtich weiter. Etz is mer scho wie a alter Has. Mensch, bei der Raiffeisn steht der Geo, der is ja a jed´s Johr dabei. Der Preis der Bekanntheit.

Endlich geht's wieder durchn Zipfel wie früher. Die wern heuer gor net wissen, wos los is. Do vorna hots an Forrodfohrer noghaut - doch aweng zuviel erwischt. (Obwohl des uns immer gepredicht wird: trinkt am Umzuch net zuviel Bier.) Bevorst di verschaust, bist scho wieder bei der Schul und denkst einfach: schö wors widdä.


Ein alterndes Kerwaswesen